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  • Dialog Gesundheitliche Chancengleichheit

    Gesund aufwachsen – Kinderarmut verstehen, starke Strukturen schaffen.

    Di. | 30.06.2026 | 09:30 - 12:00 Uhr | online

    „Wer wenig hat, muss viel beweisen.“ Was wir über Armut wissen – und was wir endlich verstehen müssen.

    Am 30. Juni 2026 fand der digitale Dialog „Gesundheitliche Chancengleichheit: Kinderarmut verstehen, erkennen und handeln“ statt – mit wichtigen Impulsen für Praxis, Haltung und Zusammenarbeit. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Koordinierungsstelle gesundheitliche Chancengleichheit und dem Programm teamw()rk für Gesundheit und Arbeit.

    Deutlich wurde: Wir wissen bereits viel über Armut – aber noch zu wenig über die Lebensrealitäten armutserfahrener Kinder, Jugendlicher und Familien. Genau hier braucht es ein Umdenken. Statt ausschließlich mit Zahlen, Daten und Fakten zu arbeiten, müssen wir stärker zuhören, hinschauen und die Geschichten hinter der Armut sichtbar machen.

    Zentrale Erkenntnisse aus dem Dialog:
    Kinder und Jugendliche aus armutserfahrenen Familien entwickeln eigene Handlungsstrategien – diese gilt es insbesondere im Bildungssystem besser zu verstehen und anzuerkennen. Gleichzeitig liegt die Entscheidungsmacht, strukturelle Veränderungen zu bewirken, häufig auf anderen Ebenen als der unmittelbaren Praxis.
    Umso wichtiger ist es, das eigene professionelle Handeln kontinuierlich armutssensibel zu reflektieren: Wen erreichen wir – und wen nicht? Welche Annahmen prägen unsere Angebote? Und inwiefern beziehen wir die Perspektiven derjenigen ein, um die es geht?

    Im Dialog wurde deutlich:
    Armutserfahrung muss als Expertise anerkannt werden – das bedeutet auch, Betroffene aktiv in die Gestaltung von Angeboten einzubeziehen.
    Es braucht Räume, in denen armutserfahrene Menschen ihre Perspektiven einbringen können – und eine Sprache, die diese anerkennt (z. B. „armutserfahren“ statt „armutsbetroffen“).
    Der Mythos von den "bösen" Eltern hält sich hartnäckig: Studien zeigen jedoch , dass armutserfahrene Eltern oft besonders viel leisten und zurückstecken, um ihren Kindern Teilhabe zu ermöglichen.
    Armutssensibles Handeln sollte bereits in der Ausbildung von Fachkräften verankert werden.
    Gute Angebote entstehen im Dialog – auch bei so grundlegenden Fragen wie der Ansprache und Benennung.

    Ein zentraler Auftrag bleibt: Wir müssen uns aktiv mit Armut auseinandersetzen – auch dann, wenn wir selbst keine eigenen Armutserfahrungen gemacht haben.

    Ein besonderer Dank gilt unseren Referent*innen Prof. Dr. Carmen Hack, Prof. Dr. Kai Marquardsen, Stephanie Wandel und Debby Detlefsen für ihre fachlichen Impulse, ihre Offenheit und die vielen Momente, die berührt und nachdenklich gemacht haben. Die zahlreichen Gänsehaut-Momente haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Perspektiven sichtbar zu machen und gemeinsam ins Handeln zu kommen.

    Vielen Dank auch an alle Teilnehmenden für den offenen, reflektierten und praxisnahen Austausch.


    📅 Save the Date: Am 19.11.2026 findet der nächste Dialog Gesundheitliche Chancengleichheit statt – zum Thema Altersarmut.


    Links:
    Der Armutsbericht des Paritätischen:
    https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Schwerpunkte/Armutsbericht/doc/Armutsbericht_2026_Wachsende_Armut_Schrumpfende_Sicherheit.pdf (externer Link)

    Siebter Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung – Lebenslagen in Deutschland:
    https://dserver.bundestag.de/btd/21/032/2103250.pdf (externer Link)

    Die  Anhörung dazu:
    https://www.bundestag.de/ausschuesse/a11_arbeit_soziales/anhoerungen/1155364-1155364 (externer Link)

    Karten für armutssensibles Handeln in der Kita und Schule von unseren Kolleg*innen aus Niedersachsen:
    https://www.gesundheit-nds-hb.de/fileadmin/Projekte/Praeventionsketten-Niedersachsen-2025/impulskarten-armutssensibilitaet-kita.pdf (externer Link)

    https://www.gesundheit-nds-hb.de/fileadmin/Projekte/Praeventionsketten-Niedersachsen-2025/impulskarten-armutssensibilitaet-schule.pdf (externer Link)

    Präsentationen zum Download


    Kosten

    Die Veranstaltung ist kostenfrei.

    Ort

    online

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    Landesvereinigung für Gesundheitsförderung
    in Schleswig-Holstein e.V.

    Seekoppelweg 5a
    24113 Kiel
    Telefon: 0431 - 71 03 87 - 0
    Fax: 0431 - 71 03 87 - 29
    gesundheit@lvgfsh.de