Psychische Gesundheit und unbezahlte Care-Arbeit
Einstieg in die Reihe “Arbeitswelten im Wandel”
„Care-Arbeit ist der unsichtbare Klebstoff, der die Gesellschaft zusammenhält.”
Unsere Arbeitswelten verändert sich – und damit auch die Anforderungen an unsere mentale Gesundheit. Übergänge wie Berufseinstieg, Arbeitslosigkeit oder der Wechsel in den Ruhestand können belastend sein. Ebenso Phasen, in denen eine besondere Care-Verantwortung getragen wird. Genau diese Themen standen im Mittelpunkt unseres Aktionsmonats.
Unbezahlte Care-Arbeit ist das Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenhalts – und ein zentraler Bestandteil unserer Arbeitswelten. Sie sorgt für Menschen, hält Beziehungen, Familien und Gemeinschaften lebendig und gleicht strukturelle Lücken aus, die im Erwerbsarbeits-System entstehen. Gerade in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher und ökonomischer Veränderungen zeigt sich, wie essenziell diese Sorgearbeit für das Funktionieren und die Zukunftsfähigkeit unseres Zusammenlebens ist.
Mit dem Auftakt des Aktionsmonats „Arbeitswelten im Wandel – Psychische Gesundheit im Fokus“ rückten wir Care-Arbeit in den Mittelpunkt als Arbeitsfeld, das nicht nur individuelle Fürsorge umfasst, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit unserer Gesellschaft sichert. Wir fragten, wie Care-Arbeit in der Transformation der Arbeitswelten ihren Platz findet, welche strukturellen Barrieren bestehen und wie Rahmenbedingungen geschaffen werden können, die Gesundheit, Anerkennung und Gerechtigkeit ermöglichen.
Inhalte der Veranstaltung waren:
- Einordnung von Care-Arbeit als wichtigem Teil der Arbeitswelt und als Bereich, der dort einspringt, wo bestehende Versorgungsstrukturen an ihre Grenzen kommen.
- Analyse von Strukturen und gesellschaftlichen Bedingungen, die dazu führen, dass Care-Arbeit kaum sichtbar ist und ungleich verteilt wird.
- Diskussion, wie aktuelle Veränderungen in der Erwerbsarbeit (zum Beispiel Verdichtung, Flexibilisierung, unsichere Beschäftigung) die Belastungen in der unbezahlten Care-Arbeit verstärken.
- Austausch über Ansätze auf Systemebene: Wie Anerkennung, Gesundheitsförderung und Unterstützung von Care-Arbeit besser verankert werden können – mit einem ergänzenden Blick darauf, wie unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven zukünftige Arbeitswelten bereichern können.
Die Veranstaltung lud dazu ein, Care-Arbeit als zentrales Zukunftsthema zu begreifen – mit dem Anspruch, Gerechtigkeit und Anerkennung für Care-Arbeit zu stärken, um soziale Stabilität, gerechtere Arbeitsteilung und psychische Gesundheit in einer sich wandelnden Gesellschaft zu fördern.
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Referent*innen
Dihia Wegmann (sie/ihr), Co-Founderin von Yallah! Consulting, Sozialpädagogin und Sozialmanagerin (M.A). Dihias Herzensthemen sind: Teamprozesse, Konfliktbegleitung, diskriminierungskritische Schutz- und Awareness-Konzepte, Care-Arbeit und Mental Load, machtkritische Mediationsverfahren, AD(H)S, Autismus und AuDHS. Dihia arbeitet als Diversity- und Nachhaltigkeitsexpertin in einem Versicherungsunternehmen.