Auf dem Weg zu Daten für Taten …
Die Entwicklung, Priorisierung und Evaluation von Gesundheitszielen erfordert eine fundierte Datengrundlage. Die Aktivitäten im Rahmen der Landespräventionsstrategie werden durch die Gesundheitsberichterstattung und perspektivisch durch eine weiterentwickelte Präventionsberichterstattung unterstützt. Beide schaffen die evidenzbasierte Grundlage für Planung, Steuerung und Bewertung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention.
➜ Gesundheitsberichterstattung (GBE) als Grundlage für Entscheidungen: Die GBE beschreibt die gesundheitliche Situation der Bevölkerung und trägt u.a. dazu bei,
- gesundheitliche Herausforderungen sichtbar zu machen,
- relevante Akteurinnen und Akteure zu informieren und zu aktivieren sowie
- gesundheitspolitische Entscheidungen evidenzbasiert zu begleiten.
➜ Weiterentwicklung der GBE in Schleswig-Holstein: Seit 2021 wird die GBE in Schleswig-Holstein durch das Ministerium für Justiz und Gesundheit kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt liegt auf einer integrierten Berichterstattung, die gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Praxis erfolgt. Dazu gehören u.a. die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig-Holstein e. V. (LVGFSH), das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord), das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck sowie das Institut für Krebsepidemiologie e. V. (IKE). Themenspezifische Gesundheitsberichte finden sich auf dem Landesportal (externer Link).
Mit dem Start des Dashboards für das Sozial- und Gesundheitsmonitoring “SoGeMon” (externer Link) im Februar 2026 wurde die Landesberichterstattung weiter digitalisiert. Der Webauftritt bündelt Daten und Visualisierungen zu zahlreichen Indikatoren und stellt diese nutzerfreundlich für Fachkräfte, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit bereit.
Besonders wichtig für die Landespräventionsstrategie ist die Weiterentwicklung der “klassischen” Gesundheitsberichterstattung hin zu einer Präventionsberichterstattung. Dabei rücken neben Krankheiten auch gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, Lebenswelten sowie Schutz- und Risikofaktoren stärker in den Fokus.
➜ Präventionsberichterstattung auf Bundes- und Landesebene: Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) veröffentlichte 2019 und 2023 die ersten beiden Präventionsberichte (externer Link). Für Schleswig-Holstein wurden im ersten Präventionsbericht (2019) der NPK u. a. als Präventionsziele die Reduzierung des Alkohol- und Tabakkonsums in der Bevölkerung und die Verringerung von psychischen Belastungen genannt.
Zur weiteren Systematisierung der Präventionsberichterstattung wird derzeit auf Bundesebene ein länderübergreifender Indikatorensatz (externer Link) entwickelt.
Präventionsrelevante Indikatoren umfassen gesundheitliche Risiken und Belastungen, Schutzfaktoren, gesundheitsbezogene Verhaltensweisen sowie gesundheitliche Ergebnisse. Sie dienen als Grundlage für die Planung, Steuerung und Evaluation von Präventionsmaßnahmen und ermöglichen die Beobachtung gesundheitlicher Entwicklungen sowie die Identifikation von Handlungsbedarfen.
➜ Vernetzte Berichterstattung für Prävention: Für eine wirksame Präventionsarbeit ist die gemeinsame Betrachtung von Daten aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Umwelt von besonderer Bedeutung. Dieser integrierte Ansatz folgt dem Leitbild „Health in All Policies“ und unterstützt eine evidenzbasierte Gesundheitsförderung.
Ergänzende Erkenntnisse liefern insbesondere:
- die Sozialberichterstattung des Landes (externer Link),
- die Bildungsberichterstattung (externer Link),
- die Nachhaltigkeitsberichterstattung (externer Link) sowie
- die Berichte und Daten zum umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Schleswig-Holstein (externer Link) .